
Weihnachten 2009
Mein erstes Weihnachtsfest in Österreich begann mal gleich mit einem Riesenschreck. Stellt euch vor, meine Mama ist drei Tage vor Weihnachten einfach in der Küche umgefallen, dabei hat sie sich ganz toll den Kopf angeschlagen. Geblutet hat sie auch. Da sind dann zwei Männer mit einer Trage gekommen (Rettung heißt das, sagt Xeno) und haben sie ins Krankenhaus gebracht. Keine Ahnung was Krankenhaus ist, aber Evita, die weise, ältere Dame hat mit erklärt, dass ist so ähnlich wie Tierarzt, aber eben nur für Menschen. Papa ist auch mitgefahren, aber er ist dann alleine wieder gekommen, nach einer kleinen Ewigkeit. Mama muss ein paar Tage im Krankenhaus bleiben, aber Gott sei Dank kommt sie bald wieder nach Hause.
Inzwischen hat Papa einen Christbaum besorgt. Das ist ein toter Baum mit spitzen Stacheln aus dem Wald, sagt Evita, da kommen dann Kugeln drauf. Damit wir nichts kaputt machen, steht er auf einem kleinen Tisch. Jedes Jahr hat der Baum eine andere Farbe. Alle Jahre wieder veranstalten die Menschen so was. Da gibt es Kerzen und Geschenke und jede Menge gutes Essen. Und dann jammern wieder alle, dass sie zu dick seien. Da verstehe einer die Menschen, zuerst essen und dann jammern. Wir Katzen sind da ganz anders.
Billie Jean und Xeno sind gar nicht so neugierig, aber ich muss mir das ganz genau ansehen. Da unten ist nämlich Wasser für den Baum drinnen, der kann ja gar nicht trinken. Trotz genauester Inspektion habe ich noch keine Zunge gesehen. Aber morgen kommt Mama nach Hause und die macht aus dem Baum immer etwas Besonderes.
Endlich ist Mama wieder zu Hause. Sie hat eine komische Haube auf dem Kopf und riecht etwas eigen, aber eindeutig sie ist wieder da. Und so sieht der Baum nach Mamas Behandlung aus. Super, was???
Und das bin ich. Papa hebt mich hinauf, ich kann ja nicht klettern.
So etwas muss man ganz genau anschauen und bepfoteln. Kugeln sind ganz glatt und die Kerzen haben auch komisch gerochen. Der Baum hat spitze Nadeln, dass ist grauslich, aber dafür duftet er nach Wald.
Mein Weihnachtsgeschenk ist eine ganz tolle Fellmaus, die teile ich mit keiner anderen Katze.
Da kann ich sogar richtig knurren, wenn jemand mir die Maus abjagen will. Die habe ich vom Christkind bekommen.
So habe ich mein erstes Weihnachtsfest verbracht und ich hoffe, dass es noch viele werden.
Winter 2009/2010
Heute ist etwas Eigenartiges passiert, ich schaue hinaus und siehe da, alles ist weiß. Schnee, sagt Evita, ist das. Kalt und weich. Na dann nichts wie raus, sagen Billie Jean und ich.
Evita hatte Recht, ganz schön kalt und wenn man es auf die Pfoten bekommt, ist es nass. Brrr! Billie und ich nehmen den Schnee genau unter die Lupe, besser unter die Pfote. Sehr eigenartig!
Schnee kommt von oben und bleibt auf meinem Fell hängen. Auf dem schwarzen Teil meines Felles kann man den Schnee sogar sehen, auf den weißen nicht. Tarnfarbe, sagt Mama. Man kann sogar Spuren hinterlassen, Pfotenabdrücke von Billie und mir.
Papa hat schon in der Früh den Schnee weggeschaufelt, sonst würden von mir ja nur mehr die Ohren rausschauen.
Schnee macht eindeutig Spaß, auf dem einen Bild kann man mich kaum mehr erkennen, so narrisch spiele ich im Schneegestöber.
Mama hat mich aber dann bald reingeholt, ich habe meine Knieschoner aufgeweicht und das hat sie nicht sehr lustig gefunden.
Aber ich habe mich zu Ylvie gekuschelt, das ist besser als der größte Ofen, warm und weich. Da muss ich aber ganz brav sein, denn mit Ylvie ist nicht immer gut Kirschen essen, da habe ich mir schon so manchen Satz heißer Ohren eingehandelt, wenn ihr versteht was ich meine.
Endlich sagt, Evita, der Schnee wird weniger, jetzt kommt bald der Frühling und es wird wieder schön warm. Evita ist schon ziemlich alt und sie freut sich immer, wenn es wieder Sommer wird, aber bis dahin dauert es noch lange.